Moderne Forschung für Ihre Zahngesundheit – ein Blick hinter die Kulissen meiner Praxis
In meiner Zahnarztpraxis beschäftige ich mich nicht nur mit der täglichen Versorgung meiner Patientinnen und Patienten, sondern auch intensiv mit aktueller Forschung. Karies und Parodontitis gehören zu den häufigsten Erkrankungen – und doch verlaufen sie bei jedem Menschen unterschiedlich. Warum das so ist, lässt sich durch klassische Faktoren wie Ernährung und Mundhygiene allein nicht erklären.
Deshalb arbeite ich gemeinsam mit der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Knappschaftskrankenhauses Bochum sowie deren molekularbiologischer Arbeitsgruppe der Ruhr-Universität Bochum an einem Forschungsprojekt, das genetische Einflüsse auf die Zahngesundheit untersucht.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Aquaporinen. Aquaporine sind winzige „Wasserkanäle“ in unseren Zellen, die dafür sorgen, dass Wasser gezielt dorthin gelangt, wo es im Körper gebraucht wird – zum Beispiel auch in die Speicheldrüsen, wo sie eine wichtige Rolle für die Gesundheit unserer Zähne spielen. Besonders interessant ist das Gen von Aquaporin 5 (AQP5), das eine wichtige Rolle bei der Speichelproduktion spielt. Speichel schützt unsere Zähne – er reinigt, remineralisiert und wirkt antibakteriell. Erste Studien zeigen, dass genetische Unterschiede in diesem Gen die Anfälligkeit für Karies beeinflussen könnten.
In unserem Projekt untersuche ich, ob eine bestimmte genetische Variante im AQP5-Gen mit Karies und Parodontitis zusammenhängt. Zusätzlich analysieren wir Speichelproben, um herauszufinden, welche Gene aktiv sind und welche Rolle sie für die Zahngesundheit spielen.
Mein Ziel ist es, die Zahnmedizin der Zukunft mitzugestalten: hin zu einer individuellen Vorsorge, die besser auf das persönliche Risiko jedes Patienten abgestimmt ist.
Neben meiner Praxistätigkeit engagiere ich mich auch in der Lehre an der Ruhr-Universität Bochum, unter anderem im Wahlfach „Anästhesie in der ambulanten Versorgung“. Diese Verbindung aus Praxis, Forschung und Lehre ist für mich ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Habilitation – und vor allem eine Chance, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Behandlung einfließen zu lassen.
Unsere bisherigen Forschungsergebnisse zu Aquaporinen und ihrer möglichen Rolle bei Karies und Parodontitis haben wir bereits in ersten wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht, die wichtige Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Speichel, Genetik und Zahngesundheit liefern:
1: Baumann M, Rump K, Ziehe D, Koos B, Adamzik M, Orlowski J, Kunkel M, Pakosch-Nowak D. Salivary AQP9 mRNA expression is associated with caries and periodontitis prevalence. Sci Rep. 2026 Feb 13;16(1):6507. doi: 10.1038/s41598-026-37980-3. PMID: 41688535; PMCID: PMC12909861.
2: Rump K, Pakosch-Nowak D, Witowski A, Koos B, Ziehe D, Orlowski J, Adamzik M, Kunkel M, Baumann M. Aquaporin mRNA in Human Saliva. Genes (Basel). 2025 Jul 8;16(7):804. doi: 10.3390/genes16070804. PMID: 40725460; PMCID: PMC12294493.
3: Baumann, M., Pakosch-Nowak, D., Ziehe, D. et al. AQP3 as a potential biomarker for caries. BMC Oral Health (2026).
https://rdcu.be/e9HKv
https://www.mdpi.com/3394374
https://doi.org/10.1186/s12903-026-08124-w